{"id":2591,"date":"2013-11-03T15:40:25","date_gmt":"2013-11-03T15:40:25","guid":{"rendered":"http:\/\/marinamasoni.ch\/web\/?p=2591"},"modified":"2021-02-24T15:41:23","modified_gmt":"2021-02-24T15:41:23","slug":"die-sorgen-der-tessiner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/die-sorgen-der-tessiner\/","title":{"rendered":"Die Sorgen der Tessiner"},"content":{"rendered":"<p>Warum haben die Tessiner Angst um ihre Arbeitspl\u00e4tze? Warum f\u00fcrchten die Familien um die Zukunft ihrer Kinder, die heute ein Studium oder eine Ausbildung absolvieren? Weithin herrscht Beunruhigung, oft gar Unmut. Und dies, obwohl die Wirtschaftsdaten eigentlich positiv sind: Das Bruttoinlandprodukt w\u00e4chst, wenn auch nur bescheiden. Die Zahl der Arbeitspl\u00e4tze und die H\u00f6he der L\u00f6hne steigen an, wie die Einnahmen aus den privaten Einkommenssteuern deutlich machen.<\/p>\n<p>Wo liegt also der Haken? F\u00fcr die Sorgen der Leute ist neben der Krise des Finanzplatzes noch ein weiteres Ph\u00e4nomen verantwortlich: Die meisten neu geschaffenen Arbeitspl\u00e4tze der vergangenen Jahre kommen anscheinend nicht den hier Ans\u00e4ssigen zugute, sondern Arbeitskr\u00e4ften, die ausserhalb des Kantons wohnen und leben. Heute gibt es im Tessin laut offizieller Statistiken rund 184\u2019000 Stellen. Fast ein Drittel davon, ann\u00e4hernd 60\u2019000, werden von Grenzg\u00e4ngern besetzt. Solange die Arbeitslosigkeit sank, gab der Zustrom von Grenzg\u00e4ngern keinen Anlass zu grosser Besorgnis. Trotz wachsender Wirtschaft und mehr Stellen nimmt die Arbeitslosigkeit im Tessin seit zwei Jahren aber wieder zu: 2011 lag sie bei 4.2%, 2012 bei 4.4% und in den letzten zw\u00f6lf Monaten durchschnittlich bei 4,5%.<\/p>\n<p>Der Arbeitsmarkt ist sehr dynamisch, doch die Bev\u00f6lkerung hat den Eindruck, diese Dynamik schaffe in den angrenzenden Regionen mehr Wohlstand als auf dem Kantonsgebiet. Die j\u00fcngere Entwicklung ist bezeichnend. Seit Ende der schweren Krise Mitte der 90er Jahre, also seit 1997\/98, ist die Zahl der Arbeitspl\u00e4tze im Kanton von 151\u2019000 auf 184\u2019000 angestiegen. Gleichzeitig hat die Zahl der Grenzg\u00e4nger von 26\u2019000 auf 59\u2019000 zugenommen. Kurz: 33\u2019000 Stellen mehr, 33\u2019000 Grenzg\u00e4nger mehr. Und seit neustem nimmt die Zahl der Grenzg\u00e4nger sogar st\u00e4rker zu als jene der Arbeitspl\u00e4tze. Manche sprechen von Verdr\u00e4ngung der Einheimischen aus dem Arbeitsmarkt als Folge der Personenfreiz\u00fcgigkeit.<\/p>\n<p>Von daher r\u00fchrt die Verunsicherung und der Groll vieler Tessiner. Alle k\u00f6nnen die Grenzg\u00e4nger jeden Tag auf den Strassen oder am Arbeitsplatz sehen. Aber wenige k\u00f6nnen die Vorteile sehen, die aus der Markt\u00f6ffnung entstehen. Und niemand sieht die schweren Folgen, die eine Abschottung gehabt h\u00e4tte oder haben w\u00fcrde. In dieser neuen Situation haben bisher weder Politiker noch \u00d6konomen wirklich taugliche Massnahmen vorgeschlagen, um den vielen Tessinerinnen und Tessinern wieder ihr Vertrauen in die Zukunft zur\u00fcckzugeben.<\/p>\n<p>MM \/ 25.10.2013<\/p>\n<p>NZZ am Sonntag\/ Grenzerfahrungen, 3.11.2013<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/NZZaS_20131103_Die-sorgen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Scarica l&#8217;articolo<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum haben die Tessiner Angst um ihre Arbeitspl\u00e4tze? Warum f\u00fcrchten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2591"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2591"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2591\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2594,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2591\/revisions\/2594"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2591"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2591"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2591"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}