{"id":2724,"date":"2014-10-10T16:21:23","date_gmt":"2014-10-10T16:21:23","guid":{"rendered":"http:\/\/marinamasoni.ch\/web\/?p=2724"},"modified":"2021-02-24T16:22:04","modified_gmt":"2021-02-24T16:22:04","slug":"viel-larm-um-die-expo-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/viel-larm-um-die-expo-2015\/","title":{"rendered":"Viel L\u00e4rm um die Expo 2015"},"content":{"rendered":"<p>Das Tessin hat bei der Abstimmung vom 28. September den Kredit f\u00fcr die Weltausstellung Expo 2015 in Mailand zwar abgelehnt, wird aber n\u00e4chstes Jahr dennoch im Schweizer Pavillon anwesend sein. Die Polemik rund um die Abstimmung d\u00fcrfte \u2013 auch angesichts der Skandale auf und neben der italienischen Baustelle \u2013 noch Monate nachhallen.<\/p>\n<p>Die eine Seite beschuldigt die Kantonsregierung, sie wolle mit dem Einsatz von Geldern aus dem Lotteriefonds den Volkswillen umgehen (was das Bundesgericht zwar f\u00fcr zul\u00e4ssig erkl\u00e4rt hat, worauf die Regierung nun aber doch verzichten will). Die andere Seite beklagt die Kurzsichtigkeit der Gegner des Kredits und deren negative Vorurteile gegen\u00fcber allem, was mit Italien zu tun hat. Aus dieser Streiterei geht niemand unversehrt hervor. Das Image des Tessins ist bereits getr\u00fcbt, und beide Seiten haben eine Unmenge an verbaler Energie verschleudert f\u00fcr ein Problem, das l\u00e4ngst nicht so viel Aufhebens verdient h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Erstens werden heutzutage die internationalen Ausstellungen als Werbetr\u00e4ger f\u00fcr Standorte oder als Chance f\u00fcr die Wirtschaft \u00fcberbewertet. Im 19. und bis ins 20. Jahrhundert hinein waren Weltausstellungen tats\u00e4chlich noch einzigartige Ereignisse mit starker Ausstrahlung. Sie waren Begegnungsst\u00e4tten, die ein Gef\u00fchl der Identit\u00e4t vermittelten und nachhaltige Auswirkungen hatten. Heute gibt es fast jedes Jahr solche Events in allen m\u00f6glichen Sparten. Kaum ist eine grosse Messe vorbei, ist schon alles vergessen, und die n\u00e4chste steht an. Wirtschaftlich gesehen, nehmen die Zweifel am Nutzen solch enormer Investitionen und Ausgaben zu. Man fragt sich, ob diese Gelder anderweitig nicht effizienter eingesetzt werden k\u00f6nnten, um die Schaffung von Wohlstand, Arbeitspl\u00e4tzen oder Wirtschaftsinnovationen zu f\u00f6rdern. Die Frage ist berechtigt.<\/p>\n<p>Zweitens scheint es \u00fcbertrieben, sich in einer politischen Kampagne gegen einen im Grunde bescheidenen Kredit so zu erhitzen, wie das hier geschehen ist. Das Tessin hat wahrlich andere Probleme. F\u00fcr die Teilnahme an der Expo 2015 mit anderen Kantonen und dem Bund und dazu noch vor den eigenen Toren gibt es gute Gr\u00fcnde, solange die Proportionen gewahrt bleiben. In Mailand dabei zu sein, \u00e4ndert aber nichts daran, dass die wirklichen Probleme des Tessins gel\u00f6st werden m\u00fcssen: Es braucht Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Ans\u00e4ssige, eine Zukunft f\u00fcr den Finanzplatz, die Sanierung der \u00f6ffentlichen Finanzen und das Entwickeln von Visionen und kompetitiven Strategien. Die Beziehungen zu Mailand und zur Lombardei sind f\u00fcr uns zwar sehr wichtig. Doch die Zukunft des Tessins h\u00f6rt nicht 2015 in Mailand auf.<\/p>\n<p>Marina Masoni \/ 03.10.2014<\/p>\n<p>Articolo apparso sulla NZZ am Sonntag il 5 settembre 2014<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/nzzs_So_20141005.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Scarica l&#8217;articolo<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Tessin hat bei der Abstimmung vom 28. September den [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2724"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2724"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2724\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2726,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2724\/revisions\/2726"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2724"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2724"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2724"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}