{"id":2809,"date":"2015-05-22T16:46:57","date_gmt":"2015-05-22T16:46:57","guid":{"rendered":"http:\/\/marinamasoni.ch\/web\/?p=2809"},"modified":"2021-02-24T16:47:44","modified_gmt":"2021-02-24T16:47:44","slug":"der-kanton-der-alten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/der-kanton-der-alten\/","title":{"rendered":"Der Kanton der Alten"},"content":{"rendered":"<p>Die provisorischen Zahlen zum Schweizer Bev\u00f6lkerungsstand 2014, die das Bundesamt f\u00fcr Statistik Ende April ver\u00f6ffentlicht hat, best\u00e4tigen zwei bekannte, landesweite Trends: Wir werden immer mehr (besonders wegen der Einwanderung), und wir werden immer \u00e4lter. Die regionalen Unterschiede sind allerdings enorm. Es gibt Kantone, deren Durchschnittsalter tiefer ist und die viel mehr junge Menschen z\u00e4hlen, w\u00e4hrend in anderen Kantonen der allgemeine Trend st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt ist. Es gibt also auch einen demografischen F\u00f6deralismus. Und auch hier spielt das Tessin eine Sonderrolle. Warum?<br \/>\nVergleichen wir das Tessin mit dem Kanton Z\u00fcrich: Letztes Jahr lebten im Tessin 350 000 Einwohner; Z\u00fcrich z\u00e4hlte fast 1,5 Millionen. Z\u00fcrich ist j\u00fcnger als der Schweizer Durchschnitt, das Tessin \u00e4lter. Im gr\u00f6ssten Schweizer Kanton sind nur 17,8 Prozent der Bewohner \u00e4lter als 65 Jahre. In der Sonnenstube sind es 21,6 Prozent. Ein Unterschied von fast vier Prozentpunkten, das ist viel. Und ein Blick auf die Menschen im vierten Alter \u2013 auf jene \u00fcber 80 Jahre \u2013 zeigt, dass von diesen in Z\u00fcrich nur 4,7 Prozent leben, im Tessin hingegen 6,1 Prozent. Das Bundesamt f\u00fcr Statistik berechnete auch den sogenannten Altersquotienten, also den Anteil der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen pro 100 Personen im erwerbsf\u00e4higen Alter. Hier ist der Unterschied frappierend: Z\u00fcrich kommt auf einen Anteil von 26,5 Prozent, das Tessin auf einen von 36 Prozent. Die Kluft ist eindr\u00fccklich. Das Schweizer Mittel betr\u00e4gt 28,7 Prozent.<br \/>\nKein anderer Kanton hat einen so hohen Quotienten wie das Tessin. Dies erkl\u00e4rt einige Ph\u00e4nomene in unserem Grenzkanton: weniger Erwerbst\u00e4tige, h\u00f6here Gesundheitskosten, vielleicht sogar und zumindest teilweise eine weniger offene Mentalit\u00e4t gegen\u00fcber dem Anderen und eine schw\u00e4chere soziale und politische Dynamik. Und nicht zuletzt ein kleineres Pro-Kopf-Einkommen. Die Langzeitprojektionen des Bundesamtes f\u00fcr Statistik zeigen, dass dieser demografische Trend im Tessin noch zunehmen wird. Im Jahr 2040 d\u00fcrfte der Anteil der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen an der Tessiner Bev\u00f6lkerung auf 32,1 Prozent wachsen. Einer von drei Tessinern wird dann also pensioniert sein. Und der Altersquotient wird sich verdoppeln und von 36 Prozent auf 62,6 Prozent ansteigen \u2013 im Tessin werden dann auf drei Erwerbst\u00e4tige praktisch zwei Pension\u00e4re kommen (sofern das Pensionsalter unver\u00e4ndert bleibt). Diese Aussichten stellen die Tessiner Politik bereits heute vor ein Paradox: Wenn die Bev\u00f6lkerung in diesem Tempo weiter altert, kann der Kanton dann seine Federf\u00fchrung bei der restriktiven Einwanderungspolitik weiter behalten?<\/p>\n<p>Marina Masoni<br \/>\nArticolo apparso sulla NZZ am Sonntag il 17 maggio 2015<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/nzzs_So_20150517.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Scarica l&#8217;articolo<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die provisorischen Zahlen zum Schweizer Bev\u00f6lkerungsstand 2014, die das Bundesamt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2809"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2809"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2809\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2811,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2809\/revisions\/2811"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2809"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2809"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2809"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}