{"id":2831,"date":"2015-07-17T09:07:51","date_gmt":"2015-07-17T09:07:51","guid":{"rendered":"http:\/\/marinamasoni.ch\/web\/?p=2831"},"modified":"2021-02-25T09:09:10","modified_gmt":"2021-02-25T09:09:10","slug":"gefuhlte-lohneinbussen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/gefuhlte-lohneinbussen\/","title":{"rendered":"Gef\u00fchlte Lohneinbussen"},"content":{"rendered":"<p>In den vergangenen Jahren hat sich in der Bev\u00f6lkerung die wahrgenommene Realit\u00e4t bei der Lohnentwicklung immer weiter von der gemessenen Realit\u00e4t entfernt. Das mag hart klingen und vielen, die Probleme haben, sogar beleidigend erscheinen. Und doch l\u00e4sst sich das Ph\u00e4nomen erkennen, wenn wir einerseits die Einzelf\u00e4lle betrachten, die unsere Gef\u00fchle ansprechen, und andererseits die Zahlen, welche die Realit\u00e4t als Ganzes beschreiben.<br \/>\nSeit Jahren herrscht im Tessin die \u00dcberzeugung, dass die L\u00f6hne stark sinken. Fast einhellig wird die Schuld daran dem freien Personenverkehr zugeschrieben, der am 1. Juni 2002 mit den bilateralen Abkommen eingef\u00fchrt und seither schrittweise umgesetzt wurde. Die Medien berichten immer h\u00e4ufiger von Arbeitgebern, die sehr tiefe L\u00f6hne zahlen, manchmal sogar unterhalb des Existenzminimums. Die Gewerkschaften klagen solche Vorkommnisse mit Nachdruck an. Richtigerweise. Manchmal werden auf dem Arbeitsmarkt Verhaltensweisen festgestellt, die unserer Gesellschaft nicht wirklich w\u00fcrdig sind. Aber sie sind nicht der allgemeine Trend \u2013 zumindest nicht bis zur j\u00fcngsten Statistik, jener zu den L\u00f6hnen von 2012. Die schweizerische Lohnstrukturerhebung wird seit 2002 alle zwei Jahre vom Bundesamt f\u00fcr Statistik durchgef\u00fchrt. Zehn Jahre Beobachtung und Messung \u2013 von 2002 bis 2012 \u2013 sind eine beachtliche Zeitspanne: Sie reicht vom letzten Jahr vor der Einf\u00fchrung der Bilateralen bis zur Erholung der Wirtschaft, \u00fcber die Krise 2008\/09 bis zur j\u00fcngsten Vergangenheit. Trotz allen Vorbehalten sind die Zahlen zuverl\u00e4ssig. Was sagen sie uns \u00fcber das Tessin?<br \/>\nDas mittlere Monatseinkommen (also der Medianwert, der die Lohnempf\u00e4nger in zwei gleich grosse Gruppen teilt) lag 2002 bei 4650 Franken und 2012 bei 5091 Franken. Der Anstieg betrug 9,3 Prozent. 2002 wurden sowohl der \u00f6ffentliche als auch der private Sektor untersucht, 2012 nur die Privatwirtschaft. Der Anstieg d\u00fcrfte daher noch etwas h\u00f6her gewesen sein. Doch konzentrieren wir uns auf den Trend: Dieser zeigt nicht nach unten. Ebenso ist der Durchschnittslohn f\u00fcr die Grenzg\u00e4nger von 4135 Franken im Jahr 2002 auf 4393 Franken 2012 gewachsen. Nicht einmal die starke Zunahme der Grenzg\u00e4nger hat zu einer Senkung ihrer L\u00f6hne gef\u00fchrt. W\u00e4ren die L\u00f6hne ohne die Bilateralen st\u00e4rker angestiegen? Das k\u00f6nnen wir nicht wissen. Die Zahlen f\u00fcr 2014 fehlen noch, sie werden erst 2016 verf\u00fcgbar sein. Die bisherigen Messungen zeigen jedoch, dass es keine allgemeine r\u00fcckl\u00e4ufige Entwicklung gab. Viele sind dennoch \u00fcberzeugt, es sei anders. Ein weiteres merkw\u00fcrdiges Ph\u00e4nomen in unseren turbulenten Zeiten.<\/p>\n<p>Marina Masoni<br \/>\nArticolo apparso sulla NZZ am Sonntag il 12 luglio 2015<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/nzzs_So_201507121.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Scarica l&#8217;articolo<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den vergangenen Jahren hat sich in der Bev\u00f6lkerung die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2831"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2831"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2831\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2833,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2831\/revisions\/2833"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2831"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2831"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2831"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}