{"id":2836,"date":"2015-08-17T13:04:21","date_gmt":"2015-08-17T13:04:21","guid":{"rendered":"http:\/\/marinamasoni.ch\/web\/?p=2836"},"modified":"2021-02-25T13:05:02","modified_gmt":"2021-02-25T13:05:02","slug":"gelebte-freiheit-in-locarno","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/gelebte-freiheit-in-locarno\/","title":{"rendered":"Gelebte Freiheit in Locarno"},"content":{"rendered":"<p>In zehn Tagen beginnt die 68. Ausgabe des Filmfestivals von Locarno. Es ist der gr\u00f6sste Anlass im Tessin und lockt jedes Jahr ein riesiges Publikum auf die bezaubernde Piazza Grande. Locarno ist einzigartig. Letztes Jahr sahen sich dort an die 170 000 Zuschauer auf der Piazza oder in den Kinos\u00e4len die Retrospektiven und Wettbewerbsfilme an. Und mit 600 Mitarbeitenden hat die Organisation mittlerweile beachtliche Dimensionen erreicht. Das Budget bel\u00e4uft sich auf rund 12,5 Millionen Franken. Dank einem sorgf\u00e4ltigen Management und dank der Unterst\u00fctzung durch private Sponsoren und die \u00f6ffentliche Hand war die Rechnung ausgeglichen.<\/p>\n<p>Der Qualit\u00e4tssprung bei der Festivalleitung erfolgte zwischen 2000 und 2001 dank der Weitsicht des verstorbenen Staatsrates Giuseppe Buffi, der leider die Umsetzung seiner Vision nicht mehr erlebte. Seither hat der Presidentissimo Marco Solari dem Festival jedes Jahr mit Elan und Kreativit\u00e4t einen neuen Anstrich verliehen und neue Akzente gesetzt. Der Kanton hat die kulturelle, wirtschaftliche und soziale Bedeutung des Festivals l\u00e4ngst erkannt und erneut einen Kredit \u00fcber 14 Millionen Franken f\u00fcr die Jahre 2016 bis 2020 gesprochen. Die Fachhochschule der italienischen Schweiz hat 2011 in einer Studie unter anderem die Herkunft der Zuschauer analysiert (in diesem Jahr wird erneut eine Untersuchung durchgef\u00fchrt). Demnach kommen 80 Prozent der Besucher aus dem Inland, 20 Prozent aus dem Ausland. Genauer: 32,2 Prozent kommen aus der deutschen Schweiz, 29,3 aus der italienischen Schweiz, 18,7 aus der Romandie, 9,3 aus Italien, 4,2 aus Deutschland, 3,1 aus Frankreich und der Rest aus anderen L\u00e4ndern. Und ein F\u00fcnftel der Zuschauer ist jedes Jahr zum ersten Mal dabei.<\/p>\n<p>Was f\u00fchrt zu einer solchen Vitalit\u00e4t? Warum kommen Tausende von mehr oder weniger jungen, mehr oder weniger fachkundigen Menschen auf die Piazza Grande? Bestimmt, weil Locarno das Festival der Freiheit ist. Nat\u00fcrlich mit all den Grenzen, die der Freiheit in unserer Gesellschaft gesetzt sind \u2013 und mit den unvermeidlichen Ausrutschern. Locarno lebt auch von ihnen.<\/p>\n<p>Das Festivalpublikum weiss, dass gewollte und ungewollte Provokationen dazugeh\u00f6ren und Diskussionen ausl\u00f6sen oder zu Konfrontationen f\u00fchren k\u00f6nnen. Letztes Jahr sorgte etwa die Einladung des Regisseurs Roman Polanski f\u00fcr viele Auseinandersetzungen. Aber auch darin liegt die St\u00e4rke des Filmfestivals: die Freiheit, etwas vorzuschlagen oder gar zu provozieren, anzuecken und Kritik einzustecken, das Augenmerk stets auf Qualit\u00e4t gerichtet. Kunst und Freiheit, weil die Kunst Freiheit ist.<\/p>\n<p>Marina Masoni \/ Articolo apparso sulla NZZ am Sonntag il 26 luglio 2015<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/nzzs_So_20150726.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Scarica l&#8217;articolo<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In zehn Tagen beginnt die 68. Ausgabe des Filmfestivals von [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2836"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2836"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2836\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2838,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2836\/revisions\/2838"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2836"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2836"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2836"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}