{"id":2857,"date":"2015-09-25T13:10:23","date_gmt":"2015-09-25T13:10:23","guid":{"rendered":"http:\/\/marinamasoni.ch\/web\/?p=2857"},"modified":"2021-02-25T13:10:58","modified_gmt":"2021-02-25T13:10:58","slug":"lektion-fur-tessiner-srg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/lektion-fur-tessiner-srg\/","title":{"rendered":"Lektion f\u00fcr Tessiner SRG"},"content":{"rendered":"<p>Das Radio und Fernsehen der italienischsprachigen Schweiz, die Radiotelevisione svizzera di lingua italiana (RSI), sitzt derzeit wie auf gl\u00fchenden Kohlen. Nicht nur wegen fehlender Marktanteile, sondern neuerdings auch wegen der Entschlackungskur nach der Volksabstimmung zum neuen Radio- und Fernsehgesetz (RTVG). Die RSI muss ihre Ausgaben um 5,5 Millionen Franken k\u00fcrzen. Das sind 2,2 Prozent ihres Budgets. Die Di\u00e4t ist also milde. Vor allem exportorientierte Privatunternehmen m\u00fcssen heute viel schmerzlichere Massnahmen ergreifen, um ihre Solidit\u00e4t zu wahren. Auch vom halbstaatlichen Radio und Fernsehen kann ein kleiner Effort verlangt werden.<br \/>\nVerglichen mit der ganzen Schweiz sind die Abstriche in der italienischen Schweiz proportional gr\u00f6sser. Das mag die Folge davon sein, dass das Tessin und Italienischb\u00fcnden die RTVG-Revision abgelehnt haben. Allerdings hat auch ein grosser Teil der deutschen Schweiz Nein gestimmt. Durchsetzen konnte sie sich nur dank der Romandie.<br \/>\nDie RSI muss sich jetzt der Realit\u00e4t stellen. Stets genoss sie eine privilegierte Sonderrolle und hatte sich nie wirklich an den wirtschaftlichen Gegebenheiten zu messen. Die Privatunternehmen im Tessin mussten sich durch strukturelle und konjunkturelle Turbulenzen k\u00e4mpfen, sich erneuern und anpassen, oft unter grossen Opfern, w\u00e4hrend der Dampfer RSI, dessen Monopol nur unmerklich angekratzt wurde, stets im Schutz der Geb\u00fchren in ruhigen Gew\u00e4ssern d\u00fcmpelte. Kritik von aussen an den Kosten, an den Programmen, am lauen Pluralismus oder an manch einseitiger Berichterstattung wurde fast immer mit einer gewissen S\u00fcffisanz oder mit Nichtbeachtung abgetan.<br \/>\nWas auch immer die RSI vom Ausgang der Volksabstimmung zum neuen RTVG halten mag: Das Nein aus der italienischen Schweiz zwingt sie zu mehr Bescheidenheit. Vielleicht erkennt man jetzt in den Studios von Comano, dass das Mandat des Service public kein Freibrief f\u00fcr alles und jedes ist.<br \/>\nIn der deutschen und franz\u00f6sischen Schweiz wachsen die Bedenken dar\u00fcber, dass sich eine Region mit 350 000 Einwohnern zwei \u00f6ffentliche Fernsehkan\u00e4le, drei Radiosender und ein multimediales Angebot von traumhaftem Ausmass leistet. Im regionalen Verteilschl\u00fcssel des Geldes f\u00fcr \u00f6ffentlichrechtliche Medien widerspiegelt sich die eidgen\u00f6ssische Solidarit\u00e4t, Hauptmerkmal und Eckpfeiler unseres Landes. Das Hinterfragen der Gr\u00f6ssenverh\u00e4ltnisse mag wohl die naheliegendste Reaktion auf die Abstimmung sein. Doch w\u00e4re es nicht Zeit, das \u00f6ffentlichrechtliche Mandat in allen Sprachregionen zu \u00fcberdenken?<\/p>\n<p>Marina Masoni \/ Articolo apparso sulla NZZ am Sonntag il 20 settembre 2015<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/nzzs_So_20150920.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Scarica l&#8217;articolo<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Radio und Fernsehen der italienischsprachigen Schweiz, die Radiotelevisione svizzera [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2857"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2857"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2857\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2859,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2857\/revisions\/2859"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2857"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2857"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2857"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}