{"id":2897,"date":"2016-01-15T13:22:33","date_gmt":"2016-01-15T13:22:33","guid":{"rendered":"http:\/\/marinamasoni.ch\/web\/?p=2897"},"modified":"2021-02-25T13:22:53","modified_gmt":"2021-02-25T13:22:53","slug":"srg-torpediert-die-kultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/srg-torpediert-die-kultur\/","title":{"rendered":"SRG torpediert die Kultur"},"content":{"rendered":"<p>Wie geht es mit dem Sinfonieorchester der italienischen Schweiz weiter? Das fragen sich viele besorgte Tessinerinnen und Tessiner, seit die SRG im November bekanntgegeben hat, das Abkommen mit der Stiftung f\u00fcr das Orchestra della Svizzera italiana, kurz: OSI, auf den n\u00e4chstm\u00f6glichen Termin Ende 2017 zu k\u00fcndigen.<br \/>\nLaut dem Abkommen beteiligt sich die SRG heute mit zwei Millionen Franken j\u00e4hrlich an der Finanzierung des Orchesters. Die RSI, die italienischsprachige Regionalgesellschaft der SRG, stellt weitere 700 000 Franken f\u00fcr Gastdirigenten und Gastmusiker zur Verf\u00fcgung. Das OSI besteht aus rund 40 Instrumentalisten und muss f\u00fcr einzelne Repertoires zus\u00e4tzliche Musiker engagieren.<br \/>\nVor 80 Jahren als Radioorchester gegr\u00fcndet, wirkte das Ensemble \u00fcber Jahrzehnte als Orchester sowohl f\u00fcrs Radio wie f\u00fcrs Fernsehen. Als die SRG Ende der achtziger und Anfang der neunziger Jahre beschloss, ihre Beitr\u00e4ge zu k\u00fcrzen, sprang der Kanton Tessin ein. Heute finanziert der Kanton das OSI mit j\u00e4hrlich vier Millionen Franken. Sollte die SRG ihre F\u00f6rderung noch weiter stutzen, w\u00fcrde die Lage prek\u00e4r. Ist es gerechtfertigt, dass die SRG ihr eigenes Werk, ein Instrument zur Erschaffung und Verbreitung von Kultur, in diesem Falle von Musik, einfach seinem Schicksal \u00fcberl\u00e4sst? Nein.<br \/>\nDas Budget der SRG ist enorm, es betr\u00e4gt 1,6 Milliarden Franken. Ist es m\u00f6glich, dass da kein Raum bleibt, um dem Orchester im Sinne des F\u00f6deralismus ein Weiterleben zu sichern? Dabei geht es weniger um Solidarit\u00e4t als um die Vielfalt im f\u00f6deralistischen Zusammenleben. Die Schweiz ist eine Einheit in der Verschiedenheit. Ausserdem hat das OSI inzwischen einen international anerkannten Ruf. Seit letztem Jahr steht es unter der Leitung von Markus Poschner, einem weit \u00fcber die Kantons- und Landesgrenzen hinaus gesch\u00e4tzten Dirigenten. Und seit j\u00fcngstem hat das Orchester auch eine neue Heimat, das Kulturzentrum LAC in Lugano.<br \/>\nMitfinanziert wird das Orchestra della Svizzera italiana durch die erw\u00e4hnten Beitr\u00e4ge des Kantons sowie privater Geldgeber, etwa der Stiftung und des Vereins Freunde des Orchesters. Auch die SRG sollte weiter ihren Beitrag leisten. Die Konzerte des OSI sind Teil des Kulturschaffens, das zum Service public der SRG z\u00e4hlt. Erst recht in einer Region, die sprachlich und kulturell eine Minderheit ist. Als Land und als Gemeinschaft, die sich zu gemeinsamen Grundwerten (zu denen die Musik geh\u00f6rt) und einer inneren Vielfalt bekennt, k\u00f6nnen wir nicht immer weiter zur\u00fcckkrebsen. Wir brauchen den Mut, dem Abbau unserer wertvollsten Errungenschaften Einhalt zu gebieten.<\/p>\n<p>Marina Masoni \/ Articolo apparso sulla NZZaS il 10 gennaio 2015<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie geht es mit dem Sinfonieorchester der italienischen Schweiz weiter? [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2897"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2897"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2897\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2898,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2897\/revisions\/2898"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2897"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2897"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2897"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}