{"id":2948,"date":"2016-06-17T13:40:43","date_gmt":"2016-06-17T13:40:43","guid":{"rendered":"http:\/\/marinamasoni.ch\/web\/?p=2948"},"modified":"2021-02-25T13:41:19","modified_gmt":"2021-02-25T13:41:19","slug":"forza-petkovic","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/forza-petkovic\/","title":{"rendered":"Forza Petkovic!"},"content":{"rendered":"<p>Die Fussball-EM ist angepfiffen. Wir feuern unsere Nati an und hoffen, dass Lichtsteiner, Behrami, Shaqiri, Embolo und unser ganzes Team weit kommen werden. Unsere Nati ist schon l\u00e4ngst multikulturell. Eine Mannschaft aus Spielern mit ausl\u00e4ndischen Wurzeln, die durch gemeinsame Werte verbunden sind, ist f\u00fcr jene Fans, die den Fussball vorurteilslos und aus Liebe zum Sport verfolgen, kein Problem. Doch j\u00fcngst versuchte sich jemand als Spielverderber. Die Zeitung \u00abBlick\u00bb zeigte mit dem Finger auf Nationaltrainer Vladimir Petkovic, weil er an Pressekonferenzen nur noch Italienisch spricht. Die Zeitung behauptete: \u00abPetkovic kann nur Sympathien gewinnen, wenn er Deutsch spricht.\u00bb<br \/>\nVielen Tessinern ist dieser Artikel sauer aufgestossen. Sind wir ein f\u00f6deralistisches Land oder nicht? Sind wir eine Willensnation, die verschiedene Kulturen und Sprachen im gegenseitigen Respekt unter einem Dach vereint oder nicht? Geh\u00f6rt Italienisch zu den Landessprachen wie Deutsch, Franz\u00f6sisch und R\u00e4toromanisch oder nicht? Ist Italienisch eine Amtssprache oder nicht?<br \/>\nNat\u00fcrlich ist Italienisch eine Landessprache! So will es die Bundesverfassung, so lehrt unsere Geschichte. Wie ist es also m\u00f6glich, dass die meistverkaufte Zeitung der Schweiz so wenig Sympathie f\u00fcr das Italienische zeigt? Ihre Begr\u00fcndung: \u00ab63,3 Prozent der Menschen in diesem Land sprechen Deutsch, 22,7 Prozent Franz\u00f6sisch und 8,1 Prozent Italienisch. Und dann gibt es noch die R\u00e4toromanen.\u00bb<br \/>\nDas stimmt. Aber: Die Macht der Zahlen ist nicht das Mass f\u00fcr Sympathie. Im Gegenteil, dies klingt eher anmassend. Wenn die italienischen, die welschen und die r\u00e4toromanischen Schweizer auf dem gleichen Niveau diskutieren w\u00fcrden, k\u00f6nnten sie argumentieren, die Mehrheit der Deutschschweizer spreche nicht die Sprache Goethes, sondern Schwiizert\u00fc\u00fctsch. Vladimir Petkovic den abtretenden Bayern-Trainer Pep Guardiola vorzuhalten, weil dieser f\u00fcr seinen Posten in M\u00fcnchen rasch Deutsch gelernt hat, ist verfehlt. Die Schweiz ist nicht Deutschland, das eine einzige Landessprache hat.<br \/>\nDie Schweizer Nati ist ein Beispiel f\u00fcr den Zusammenhalt und die Einheit in der Verschiedenheit. Diese Schlagzeilen des \u00abBlicks\u00bb sind genau das Gegenteil davon. Wir brauchen weder im Sport noch sonst wo Sprachkonflikte herbeizureden, welche die Minderheiten beleidigen. Der Artikel ist am 1. Juni erschienen, am selben Tag, als die Schweiz und Europa gemeinsam die Er\u00f6ffnung des Gotthardbasistunnels gefeiert haben. Eine Entgleisung erster G\u00fcte.<br \/>\nAllez Suisse! Hopp Schwiiz! Forza Svizzera! Hopp Svizra! D\u00fcrfen wir das \u00fcberhaupt noch sagen? Aus dem Tessin von Herzen.<\/p>\n<p>Marina Masoni \/ Articolo apparso sulla NZZ am Sonntag il 12 giugno 2016<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/nzzs_So_20160612.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Scarica l&#8217;articolo<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fussball-EM ist angepfiffen. Wir feuern unsere Nati an und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2948"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2948"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2948\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2950,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2948\/revisions\/2950"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2948"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2948"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2948"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}