{"id":2991,"date":"2016-10-21T13:56:56","date_gmt":"2016-10-21T13:56:56","guid":{"rendered":"http:\/\/marinamasoni.ch\/web\/?p=2991"},"modified":"2021-02-25T13:57:13","modified_gmt":"2021-02-25T13:57:13","slug":"stolz-auf-die-universitat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/stolz-auf-die-universitat\/","title":{"rendered":"Stolz auf die Universit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Die Universit\u00e4t der italienischen Schweiz (USI) feiert ihren zwanzigsten Geburtstag. Am 21. Oktober 1996 wurde in den R\u00e4umen des umgebauten ehemaligen Civico-Spitals von Lugano das erste Semester eingel\u00e4utet. Dreihundert Studierende verteilten sich damals auf drei Fakult\u00e4ten: Wirtschaft, Kommunikation und Architektur (Letztgenannte in Mendrisio). Ein langj\u00e4hriger Traum und ein starkes Projekt wurden Wirklichkeit. Mit nur einer Gegenstimme hatte der Tessiner Grosse Rat das Universit\u00e4tsgesetz am 3. Oktober 1995 verabschiedet. Heute sind Lugano und Mendrisio Universit\u00e4tsst\u00e4dte, das Tessin ist ein Universit\u00e4tskanton. F\u00fcr die Jungen ist dies selbstverst\u00e4ndlich, doch f\u00fcr die Protagonisten und Zeugen des m\u00fchsamen Wegs zur Universit\u00e4t ist es eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte.<br \/>\nBereits in den achtziger Jahren hatte das Tessin versucht, ein Universit\u00e4tszentrum der italienischen Schweiz f\u00fcr Nachdiplomstudien einzurichten. Regierung und Parlament stimmten daf\u00fcr, doch das Volk blieb skeptisch, viele bef\u00fcrchteten eine Kathedrale in der W\u00fcste. Es kam zum Referendum, und 1986 fiel das Vorhaben an der Urne durch. Das Thema blieb f\u00fcr eine Weile tabu. Dann aber holte der damalige Staatsrat Giuseppe Buffi das Dossier aus der Versenkung hervor und erarbeitete sich mit viel Geduld und politischem Scharfsinn den n\u00f6tigen Konsens, auch dank Mario Bottas innovativer und zukunftstr\u00e4chtiger Architekturakademie. Die Stadt Lugano leistete mit einem \u00fcberzeugenden Projekt f\u00fcr die Fakult\u00e4ten Wirtschaft und Kommunikation einen entscheidenden Beitrag. Der heutige Staatssekret\u00e4r f\u00fcr Bildung, Forschung und Innovation Mauro Dell\u2019Ambrogio erarbeitete einen modernen und schlanken Entwurf f\u00fcr ein Universit\u00e4tsgesetz, das den Instituten weitgehende Autonomien einr\u00e4umte.<br \/>\nNat\u00fcrlich fehlte es nicht an Kritik, an Vorbehalten und Widerstand, doch am Ende standen Volk und Politik fast ausnahmslos hinter dem Vorhaben. Allein dies ist eine politische Glanzleistung. Umso mehr, als die italienische Schweiz von Bern keine Garantien f\u00fcr die eidgen\u00f6ssische Anerkennung erhielt. Das Tessin handelte im Alleingang und \u00abschenkte der Schweiz\u00bb (so die Worte von Giuseppe Buffi) dieses Projekt. Die Anerkennung erfolgte erst im Nachhinein.<br \/>\nDie USI ist der Beweis f\u00fcr ein innovatives und offenes Tessin. Ohne die Universit\u00e4t w\u00e4re die Neulancierung des Tessins in der Mitte der neunziger Jahre wahrscheinlich viel weniger dynamisch verlaufen. Wenn wir uns heute auf dieses Ereignis zur\u00fcckbesinnen, kann uns das wichtige Impulse f\u00fcr die Zukunft geben.<\/p>\n<p>Marina Masoni \/ Articolo apparso sulla NZZ am Sonntag il 16 ottobe 2016<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Universit\u00e4t der italienischen Schweiz (USI) feiert ihren zwanzigsten Geburtstag. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2991"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2991"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2991\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2993,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2991\/revisions\/2993"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2991"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2991"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marinamasoni.ch\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2991"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}